Viele Druckereien bringen die Farbe noch von Hand ein: Der Bediener liest einen Bogen, vergleicht ihn mit dem Proof und dreht an den Farbzonenschrauben, bis es stimmt. Die Closed-Loop-Farbregelung ersetzt diese manuelle Schleife durch eine gemessene, die kontinuierlich läuft, Druck für Druck.
Was Closed-Loop-Farbregelung wirklich ist
Closed-Loop ist ein kontinuierlicher Zyklus aus drei Schritten: messen, entscheiden, korrigieren. Ein Messgerät liest den Farbmessstreifen auf dem gedruckten Bogen, die Software vergleicht jede Farbzone mit dem Zielwert, und die Farbzonenschrauben der Druckmaschine werden automatisch nachgestellt, um die Farbe wieder in Linie zu bringen. Die Open-Loop-Steuerung hingegen ist darauf angewiesen, dass der Bediener von Hand liest und nachstellt, was langsamer und deutlich weniger wiederholbar ist.
Die drei Bausteine
Jedes Closed-Loop-System kombiniert drei Bausteine, und den ersten besitzen die meisten Druckereien bereits.
- Sensor: ein handgeführtes Spektralphotometer, ein automatischer Messtisch wie der X-Rite IntelliTrax2 oder ein echtes Inline-System, das die Farbe auf dem Bogen erfasst.
- Entscheidungsebene: die Software, die Ihre spektralen Zielwerte und Standards (ISO 12647, G7) hält und die Korrektur berechnet.
- Aktor: die Farbzonensteuerung der Druckmaschine, die die Schrauben bewegt. Der Ansatz ist herstellerunabhängig über Heidelberg, Koenig & Bauer, Komori und Manroland hinweg.
Was sich beim Einrichten ändert
Das CIP3/CIP4-Presetting öffnet die Farbzonenschrauben aus den Prepress-Daten statt aus einer Voreinstellung, sodass die Druckmaschine nahe am Zielwert startet. Closed-Loop bringt sie dann mit weniger Druckgängen in die Toleranz, was weniger Bogen und weniger Farbe bis zum ersten verkaufsfähigen Exemplar bedeutet.
Was sich während der Auflage ändert
Die Farbe driftet, wenn Papierchargen wechseln, das Feuchtmittel sich verändert, die Temperatur steigt und die Platten verschleißen. Ein Closed-Loop-System misst und korrigiert alle paar Bogen, sodass die Farbe vom ersten bis zum letzten Bogen innerhalb Ihrer DeltaE-Toleranz bleibt, nicht nur bei gelegentlichen Stichproben.
Die messbaren Ergebnisse
- Weniger Einrichtungs-Makulatur und kürzere Einrichtzeit.
- Engeres DeltaE, über Schichten und Standorte hinweg konstant gehalten.
- Weniger Nachdrucke und Kundenreklamationen.
- Prüffähige Farbdaten für jeden Auftrag, nützlich für Markeninhaber und die Verpackungs-Compliance.
Wie Sie starten
Viele Druckereien arbeiten bereits mit X-Rite PANTONE-Messtechnik. Der Schritt zu Closed-Loop bedeutet, die Entscheidungs- und Aktorebene hinzuzufügen, zum Beispiel mit Rutherford ColorLoop. Eine kostenlose Konsolenvalidierung bestätigt in etwa zwei Minuten, ob Ihr konkretes Druckpult und Farbzonensystem geeignet ist.

